Archiv für 'buch'Kategorie

pergament mühle – phi phi island

Februar 15, 2009

etwas zynisch, zu behaupten was für ein glück es nicht sei das der schriftsteller josef haslinger beim tsunami 2004 dabei war. in seinem buch phi phi island – ein bericht erzählt er nämlich von damals. als eigentlich ein ruhiger familienurlaub geplant war, der dann gar nicht so ruhig verlief. die haslingers hatten glück und kamen nahezu unverletzt wieder nach hause zurück.
nicht vielen ging es so und das erlebte zu verdauen war und ist immer noch nicht einfach. josef haslinger erzählt ohne große emotionen. ein schonungsloser, fesselnder bericht über die stunden als die welle über alle hereinbrach, ohne sensationslust oder inszenierten emotionen.
das ganze buch hat haslinger übrigens in konsequenter kleinschrift geschrieben. seinen linken kleinen finger kann er nämlich seit damals aufgrund einer sehnenverletzung nicht mehr abbiegen, damit ist die umschalttaste für ihn unbrauchbar geworden. absoluteste leseempfehlung.

tobias hülswitt

Dezember 8, 2008

im online-standard fiel ich vor kurzem über einen unfassbaren artikel über amerika, einsamkeit usw. unfassbar deshalb, weil der autor des artikel, tobias hülswitt, offensichtlich ein meister der schreibkunst ist. wer will kann ja nachstehenden auszug aus „die einsamkeit von amerika“ vom 5. dezember, gefunden auf derstandard.at lesen.

Was Henry David Thoreau über Philosophie, Dichtkunst und Religion sagt, gilt für alles andere Amerikanische auch, wobei mit „Höhen“ freilich nicht das Beste gemeint sein kann, sondern die Dimension. Die Vereinigten Staaten, die für gewöhnlich gemeint sind, wenn wir Amerika sagen, bringen alles, was sie hervorbringen, in Dimensionen hervor, die uns Europäern fremd sind. Sie bringen einen George W. Bush hervor, und sie bringen einen Obama hervor. Sie stehen auf den Fundamenten der Bill of Rights Thomas Jeffersons und errichten Guantánamo. Sie tragen in Teilen die Züge eines Dritte-Welt-Landes, und zugleich ist ihre Börse der Leitindex der Weltwirtschaft. Alles, was in den USA Existenz annimmt, tut dies in großem Stil.

Verantwortlich dafür ist die Landschaft. In Europa sind es die Niedrigkeit des Himmels und der Reichtum an Details auf engstem Raume unter ihm, die unser Denken kleinmütig und penibel, aber auch differenziert und präzis werden lassen. In den USA sind es die Höhe des Himmels, die Weite des Landes mit seinen wilden Leerstellen und die Kompromisslosigkeit der endlosen Landschaften, die die Maßlosigkeit, Wildheit und Pragmatik des Denkens hervorbringen – Pragmatik, weil in diesen Weiten überlebt werden muss, und Denken, das weder praktischen Nutzen erkennen lässt, noch Weite und Wildheit widerspiegelt, wirkt nutzlos und arrogant (also europäisch). Die Landschaft bringt Freiheit, Möglichkeiten und: Einsamkeit.

wems so wie mir gefällt dem seien einige bücher von tobias hülswitt nahegelegt, alles zu finden auf seiner homepage.

pergament mühle – der mann mit der ledertasche

Dezember 6, 2008

charles bukowski`s erster roman aus dem jahr 1974. bukowski gilt ja als einer der ganz grossen. bukowskis bücher zeichnen sich durch eine etwas deftige sprache aus. kein wunder, der mann war trinker, kein kostverächter auch was frauen betraff und lebte sein leben wir er es wollte. in ärmlichen verhältnissen aufgewachsen musste er sich auch ein großteil seines lebens mit harter arbeit durchschlagen, seine alkoholsucht machte ihm das nicht leichter. der roman „der mann mit der ledertasche“ erzählt von der zeit, als bukowski bei der amerikanischen post arbeitete.
die art und weise wie charles bukowski schreibt und erzählt ist wirklich einmalig. der angeblich deftig und vulgäre stil galt sicher für die damalige zeit. die gegenwartsliteratur könnte das auf jeden fall toppen. aber um das gehts gar nicht. das buch liest sich einfach und schnell, trotzdem ist es in dieser einfachheit genial, bukowski spricht nicht in wirren satzkonstellationen und versucht gar nicht irgendwelche wortspiele einzubauen. er schreibt von der seele weg. also zumindest eines seiner bücher sollte man gelesen haben, bei mir werdens jedenfalls noch mehr.

pergament mühle – in die wildnis

November 27, 2008

ein buch über einen etwas seltsamen kerl, der für seine wirren ideen leider mit dem leben bezahlte. jon krakauer´s „in die wildnis“ erzählt von einer wahren geschichte. chris mccandless kam aus gut situiertem haus und hatte gerade seinen college abschluss hinter sich gebracht, als er entschied von nun an nur noch ohne geld und für sich zu leben. auslöser waren offensichtlich sein etwas konservatives elternhaus, die konsumgesellschaft und überhaupt die moderne zivilisation. so setzte er sich von einem auf den anderen tag in seinen alten datsun und fuhr von nun an kreuz und quer durch die vereinigten staaten. daheim erzählte er freilich niemanden über seine ideen, so durften seine familie auch von dem moment an täglich in freudiger ungewissheit leben.
chris mccandless, der sich daraufhin nur noch „alexander supertramp“ (?!) nennt, versenkt sein altes auto ziemlich rasch in irgendwelchen schlammfluten in irgendeiner wüste, trampt daraufhin richtung westküste, spendet bzw verbrennt sein erspartes geld nur um es später bei irgendwelchen fastfood-ketten neu zu verdienen, lernt natürlich zahlreiche „interessante“ menschen kennen und beschließt das sein abenteuer in alaska enden sollte. in all den monaten unternimmt seine familie natürlich zahlreiche suchaktionen, denn daheim bescheid geben wollte der gute mann natürlich nicht.
in alaska findet alex supertramp dann sein letztes abenteuer. perfekt vorbereitet wie immer, dh nur mit einem pflanzenbestimmungsbuch, keiner karte oder sonstigen etwaigen nützlichen dingen glaubt er einige zeit in der wildnis überleben zu können. das geht leider schief. nachdem er giftige beeren gegessen hat, wird er letztendlich für den rückweg zu schwach. er wusste freilich nicht das seine „wildnis“ nur 8km von einem alaska highway entfernt war, schließlich hatte er ja keine karte mit. der direkte weg hätte ihm wahrscheinlich das leben gerettet.
das buch wurde übrigens auch von sean penn verfilmt und lief vor einigen monaten in den kinos.

pergament mühle – 1984

November 17, 2008

george orwells buch „1984“ zählt nicht umsonst zu den großen klassikern der literaturgeschichte. der autor schafft eine beänstigende, erdrückende atmosphäre. winston smith hat die hauptrolle in diesem buch. er, der genug hat vom überwachungsstaat, der sich seine persönliche freiheiten trotzdem suchen will. auf dem weg zum stillen und manchmal lauten protest lernt man nebenbei die methodik und beeinflussung des staates an seinen bürgern kennen.
das buch gehört wohl zu den meistzitierten, der „große bruder“ ist jedem ein begriff und das thema hat an aktualität nichts verloren. orwell schuff diesen roman 1948 und war damit unglaublich seiner zeit voraus.
ein absoluter klassiker, den man unbedingt lesen sollte.

pergament mühle – ein paar leute suchen das glück und lachen sich tot

Oktober 28, 2008

das buch „ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot„. die autorin – Sibylle Berg – ist eine doch sehr erfolgreiche schriftstellerin. schreibt regelmäßig kolumnen in diversen zeitungen, u.a. in „die zeit„, arbeitet an theaterstücken und ist seit 1997 auch autorin. damals schrieb sie nämlich ihr erstlingswerk. hoch gelobt wurde das, nicht desto weniger der „neuen, wilden“ sprache wegen. die neuentdeckte zielgruppe der so-um-die-dreißiger generation. im buch werden einige genau solcher leute ein stück ihres weges begleitet. nach dem glück suchend, das wie so oft anscheinend ja nur in der liebe zu finden ist. am ende sterben dann die etwas seltsam anmutenden charaktere eines ebenso seltsamen todes. das buch ist sicher auf seine weise originell. wirklich fesselnd ist es nie, etwas spannung kommt das letzte drittels des romans auf. trotzdem gut genug um mehr von Sybille Berg lesen zu wollen.

pergament mühle – der prozess

August 16, 2008

kafka

weltliteratur sozusagen. franz kafkas erstes werk, der prozess, handelt von einem bankangestellten, dem aus heiterem himmel ein prozess gemacht wird. ohne trifftigen grund und ohne jemals die ankläger zu gesicht zu bekommen – auch das gericht selbst ist nicht wirklich greifbar – muss josef k. seine rechtfertigung und verteidigung organisieren. letztendlich fügt er sich seinem schicksal und wird dann auch verurteilt.
der roman vermittelt in bedrückender weise eine düstere stimmung, die sprache ist leicht verständlich, der inhalt bleibt aber rätselhaft. kafkas genialität läßt sich nach diesem buch auf jeden fall nachvollziehen, aufgrund des etwas seltsamen themas gehört es aber mehr dem autor als der geschichte wegen gelesen.

pergament mühle – die unruhezone

August 14, 2008

jonathan franzen`s autobiographie – „die unruhezone“ – verspricht mehr als sie hält. der autor dürfte einige, von mir noch nicht gelesene, bestseller und hochgelobte romane geschrieben haben. sein roman „die korrekturen“ zählt dabei zu den bekanntesten. in „die unruhezone“ schreibt franzen über sich und sein leben. doch um ehrlich zu sein ist selbiges nicht sehr aufregend. wohl nur sein schreibtalent kann über ein derart harmloses leben ein ganzes buch füllen. es ist jetzt auch nicht uninteressant, und für wahre jonathan franzen groupies sicher ein muß. aber für den durchschnittsleser ist diese autobiographie sicher entbehrlich.

pergament mühle – der fänger im roggen

Juli 30, 2008

Jerome D. Salinger – „Der Fänger im Roggen„. ein uraltes buch aus einer uralten zeit, salinger hat diesen klassiker in den 50er jahren geschrieben. in den usa mittlerweile kultlektüre, handelt es doch über die adoleszent, mangelnde perspektiven und fehlenden idolen. somit von problemen aller jugendgenerationen, die furcht sich anzupassen und die scheu vor der erwachsenenwelt. und offensichtlich behält dieser roman – nach mittlerweile über 50 jahren – seine aktualität. durchaus lesenswertes buch.

pergament mühle – uns verbrennt die nacht

Juli 17, 2008

uns verbrennt die nacht – ein roman mit jim morrison. gleichmal vorweg – man sollte sich von diesem „ein roman mit jim morrison“ nicht abschrecken lassen. der sänger der doors ist zwar eine wichtige nebenfigur in dem buch, aber sicher nicht in seiner üblichen rolle. der name wäre x-beliebig ersetzbar, morrisons leben dürfte aber genau zum thema passen. nämlich ein leben voller exzesse, drogen, perversitäten und abgründe.

der autor craig kee strete ist ein kind der 50er jahre, cherokee indianer und hat definitiv das talent zum schreiben. der roman selbst ist fiktiv, die sprache aber beispiellos genial und packend. c.k.strete hat natürlich auch andere werke, schreibt drehbücher, theaterstücke und ist auch redakteur. allerdings unter zahlreichen pseudonymen. absoluteste leseempfehlung.